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Mia Goller
Porträt von Mia Goller in einer rostbraunen Jacke
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„Leben und Leben lassen“

Mia Goller bittet um mehr Gelassenheit und wünscht sich noch viele CSDs im Landkreis

Eggenfelden. Nach der ersten Veranstaltung zum Christopher Street Day im Landkreis Rottal-Inn in Eggenfelden hat sich die Landtagsabgeordnete Mia Goller deutlich hinter die Veranstaltung und ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestellt. Sie sei persönlich öfter auf den CSD angesprochen worden und habe auch viele abfällige Kommentare in sozialen Netzwerken gelesen. „Braucht’s des wirklich? – das war noch die höfliche Form dessen, was da teilweise geschrieben wurde“, sagt Goller.

Ihre Antwort darauf ist klar: „Freilich brauchts des. Und zwar genau hier bei uns.“ Gerade in ländlichen Regionen sei es für queere Menschen oft nicht leicht, offen so zu leben, wie sie sind. Viele junge queere Menschen gingen hier zur Schule, engagierten sich in Vereinen, seien Teil der Dorfgemeinschaft – und hätten trotzdem immer wieder das Gefühl, nicht ganz dazuzugehören. Goller kenne auch ältere Paare in der Region, die sich immer noch schwer tun wegen dummer Sprüche oder Abwertungen. Dazu komme seit einigen Jahren die starke Angst vor Rechtsradikalen. „Ein CSD ist keine Provokation. Er ist ein Zeichen: Ihr gehört zu uns. Ihr seid Teil unserer Gemeinschaft.“

Goller verweist darauf, dass rund 300 Menschen am CSD in Eggenfelden teilgenommen haben. „Das ist ungefähr die Größenordnung einer ordentlichen Bauernhochzeit“, sagt sie und vergleicht: „Da regt sich auch niemand auf, wenn Spalier gestanden, vor dem Standesamt gefeiert und die Liebe zweier Menschen bejubelt wird. Warum auch? Wir freuen uns mit Freunden und Familie darüber, dass jemand seine große Liebe gefunden hat.“ Am Ende gehe es beim CSD um nichts anderes: um Menschen, und die Liebe, um Zusammenhalt und um die Freiheit, das eigene Leben selbstbestimmt führen zu können.

Besonders wichtig sei das für junge Menschen auf dem Land. „Wir dürfen doch nicht wollen, dass jemand sein Dorf, seine Stadt, seine Heimat auf dem Land verlassen muss, nur weil er woanders in einer Großstadt mehr Akzeptanz erhalten kann für seine persönliche Art zu leben“, betont Goller. Heimat bedeute nicht, dass alle gleich sein müssten: „Heimat bedeutet, dass Menschen dazugehören dürfen“.

Für sie sei das auch kein Gegensatz zu bayerischer Tradition. „Ich bin Bayerin. Ich marschiere mit Stolz und Freude bei einer Fahnenweihe mit, stehe gerne bei einer Hochzeit Spalier und unterstütze ebenso gerne den CSD. Das widerspricht sich nicht. Das passt sogar sehr gut zusammen. Ich konnte diesmal leider nicht dabei sein, aber ich hoffe, dass es den CSD in Rottal-Inn noch viele Male gibt.“ Die MdL möchte sich ausdrücklich bei den Veranstaltern queer in niederbayern und den vielen vielen Helferinnen und Helfern bedanken. Die Reden des Bürgermeisters und des Landrats, die Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger waren ein unglaublich wichtiges Zeichen für queere Menschen auf dem Land.

Goller bittet um weniger Empörung und mehr Gelassenheit.

„Ich wünsche mir, dass wir aufhören zu fragen, ob es einen CSD auf dem Land braucht. Die wichtigere Frage ist doch: Wie schaffen wir es, dass sich alle Menschen bei uns zuhause fühlen können? Am Ende gilt doch die gute alte bayerische Regel: Leben und leben lassen.“

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