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Mia Goller
Mia Goller und ein Mann stehen in einer Werkhalle zwischen Reihen von Fahrzeugsitzen
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„Man kann nicht über Fachkräftemangel klagen und Arbeitskräfte abschieben“

Mia Goller besucht Eggenfeldener Unternehmen – Landtagsabgeordnete fordert verlässliche Perspektiven für gut integrierte Beschäftigte

Eggenfelden. Bei einem Besuch der ART GmbH in Eggenfelden hat sich die Landtagsabgeordnete Mia Goller über die Folgen drohender und bereits vollzogener Abschiebungen für den Betrieb informiert. Geschäftsführer Axel Rosenwirth beschäftigt in seinem Unternehmen rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa 25 Asylsuchende. Einige von ihnen haben inzwischen Abschiebebescheide erhalten oder mussten Deutschland bereits verlassen – obwohl sie seit Jahren fest angestellt sind.

Das Unternehmen fertigt mit handwerklich anspruchsvoller Arbeit unter anderem Sitze und Spezialprodukte für Fahrzeuge und Reisemobile. Geeignete Arbeitskräfte seien auf dem heimischen Arbeitsmarkt kaum zu finden, berichtete Rosenwirth. Seine ausländischen Beschäftigten würden sorgfältig eingearbeitet, regulär bezahlt und seien längst wichtige Stützen des Betriebs.

„Hier wird sehr deutlich, wie widersprüchlich unsere Politik teilweise ist“, erklärte Goller nach dem Gespräch. „Wir beklagen überall den Fachkräftemangel. Gleichzeitig verlieren Unternehmen Menschen, die arbeiten, Steuern und Sozialabgaben zahlen und sich über ihre Arbeit hervorragend integriert haben.“

Integration finde nicht nur in Sprachkursen und auf dem Papier statt. „Integration gelingt vor allem dort, wo Menschen jeden Tag gemeinsam arbeiten, Verantwortung übernehmen und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen“, betonte die Abgeordnete. „Man kann nicht montags über unbesetzte Stellen klagen und dienstags gut eingearbeitete Beschäftigte abschieben.“

Besonders problematisch sei, dass mit jeder Abschiebung nicht nur ein persönliches Schicksal verbunden sei. Auch der Betrieb werde geschwächt. Rosenwirth habe deutlich gemacht, dass eine Fortführung der Produktion ohne seine ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig kaum möglich sei. Im schlimmsten Fall wären damit auch die Arbeitsplätze der deutschen Beschäftigten gefährdet.

Goller fordert deshalb eine verlässliche Bleibeperspektive für Menschen, die seit längerer Zeit beschäftigt, gut integriert und nicht straffällig geworden sind. „Wo bestehende Spielräume nicht ausreichen, müssen die Regeln geändert werden. Es kann nicht sein, dass ein Unternehmer Menschen ausbildet, einarbeitet und ihnen eine feste Beschäftigung gibt – und am Ende alleine gelassen wird, wenn genau diese Mitarbeiter abgeschoben werden sollen.“

Die Grünen-Abgeordnete will das Thema nun auch im Bayerischen Landtag aufgreifen. Dabei hofft sie auf Unterstützung über Parteigrenzen hinweg. „Das ist keine Frage von Regierung oder Opposition. Es geht um Vernunft, um gelungene Integration und um die Zukunft unserer Betriebe. Ich würde mir wünschen, dass sich die niederbayerischen Abgeordneten hier gemeinsam für praktikable Lösungen einsetzen.“

Auch die fehlenden Rückmeldungen auf Schreiben und Hilferufe des Unternehmers kritisierte Goller. „Wer Arbeitsplätze schafft und sich seit Jahren um Integration bemüht, darf von der Politik nicht mit seinen Problemen allein gelassen werden.“

Für sie sei der Fall ein deutliches Signal: „Diese Menschen fallen dem Staat nicht zur Last. Sie arbeiten, sie werden gebraucht und sie gehören längst zu ihren Betrieben. Wer solche Integration ernst nimmt, muss sie auch schützen.“

Foto: Mia Goller bei der ART GmbH in Eggenfelden

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