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Mia Goller
Mia Goller mit einem Korb Äpfel auf einer Obstwiese
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„Wer regionale Tierhaltung will, muss jetzt regional kaufen“

Mia Goller warnt vor dem Ausstieg weiterer Betriebe aus der Schweinehaltung und fordert lückenlose Herkunftskennzeichnung

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Rottal-Inn. Die Lage vieler tierhaltender Betriebe in Niederbayern spitzt sich weiter zu. Vor allem die Schweinehalter leiden nach Angaben der Landtagsabgeordneten Mia Goller unter Preisen, die kaum noch eine wirtschaftliche Erzeugung ermöglichten. Auch die Grillsaison, in der traditionell besonders viel Fleisch verkauft wird, habe keine spürbare Entlastung gebracht.

„Die Schweinepreise sind für unsere Landwirtinnen und Landwirte schlicht verheerend“, erklärt Goller, Sprecherin für Landwirtschaft und Wald der Grünen Landtagsfraktion. Viele Betriebe stellten sich inzwischen ernsthaft die Frage, ob sie die Schweinehaltung noch fortsetzen könnten. „Wenn immer mehr Höfe aufgeben, verlieren wir nicht nur landwirtschaftliche Betriebe. Wir verlieren auch regionale Erzeugung, kurze Wege und Tierhaltung nach vergleichsweise hohen Standards.“

Langfristig drohe Deutschland dadurch stärker von Fleischimporten abhängig zu werden. Ein großer Teil davon stamme aus Ländern, in denen niedrigere Anforderungen an Haltung, Tierwohl und Umweltschutz gelten. „Es kann nicht unser Ziel sein, die Tierhaltung bei uns immer weiter zurückzudrängen und anschließend Fleisch aus Ländern einzuführen, in denen die Tiere unter deutlich schlechteren Bedingungen gehalten wurden“, betont Goller.

Die Politik müsse deshalb kurzfristig über Hilfen sprechen. Besonders wichtig seien Maßnahmen, die den betroffenen Betrieben in der akuten Krise Liquidität verschaffen. Gleichzeitig brauche es langfristig verlässliche Rahmenbedingungen, damit Landwirtinnen und Landwirte planen und in bessere Haltungsformen investieren könnten.

Auch bei den Rinderhaltern drohten neue Schwierigkeiten. Die anhaltende Trockenheit führe vielerorts zu Futterknappheit. Goller befürchtet, dass deshalb mehr Tiere als üblich zur Schlachtung gebracht werden könnten und auch die Rindfleischpreise unter Druck geraten. „Wir müssen jetzt genau hinschauen und dürfen die Betriebe mit diesen Problemen nicht alleinlassen.“

Gleichzeitig richtet die Abgeordnete einen klaren Appell an die Verbraucherinnen und Verbraucher. Viele Menschen erklärten, sie wollten regional, möglichst tiergerecht und im besten Fall biologisch erzeugtes Fleisch kaufen. „Jetzt ist der Zeitpunkt, diese guten Vorsätze auch wirklich umzusetzen“, sagt Goller. „Nehmt euch beim Einkauf einen Moment Zeit und schaut genau hin: Woher kommt das Fleisch? Wie wurden die Tiere gehalten? Unterstützt bewusst die Landwirtschaft bei uns in Bayern.“

Besonders sicher sei die Herkunft beim Metzger des Vertrauens oder bei Direktvermarktern auf den Höfen. Dort gebe es hochwertige Erzeugnisse aus der Region zu fairen Preisen. „Gutes Fleisch darf seinen Wert haben. Es steht für die Arbeit der Landwirte, für Verantwortung gegenüber den Tieren und für Lebensmittel, bei denen man weiß, woher sie kommen.“

Entscheidend sei dafür eine verlässliche und verständliche Kennzeichnung. Goller fordert, die Herkunft nicht nur bei verpacktem Frischfleisch anzugeben. Auch an Bedientheken, in der Gastronomie sowie bei Fertiggerichten und verarbeiteten Lebensmitteln müsse klar erkennbar sein, aus welchem Land das Fleisch stammt.

„Es reicht nicht, dass Fleisch irgendwo in Deutschland verarbeitet oder verpackt wurde“, stellt die Abgeordnete klar. „Die Kundinnen und Kunden müssen mit einem Blick erkennen können, in welchem Land die Tiere gehalten wurden. Nur dann können sie eine bewusste Entscheidung treffen.“

Für eine solche umfassende Herkunftskennzeichnung will sich Goller auch politisch einsetzen. Transparenz sei kein überflüssiger bürokratischer Aufwand, sondern die Voraussetzung dafür, dass regionale Betriebe eine echte Chance am Markt hätten. „Wer Landwirtschaft in Bayern erhalten will, muss sie auch beim Einkauf unterstützen. Politik, Handel und Verbraucher tragen dafür gemeinsam Verantwortung.“

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